So macht sich eine
Vaskulitis bemerkbar
Über die Ursachen einer Vaskulitis ist wenig bekannt. Man weiß zwar, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, aber nicht, warum das Immunsystem körper eigene Zellen angreift. Deshalb lässt sich dieser Amoklauf des Abwehrsystems auch nicht einfach ausschalten. Mit Hilfe medikamentöser Therapien kann man ihn heute jedoch stoppen, unter drücken oder zumindest verlangsamen und abmildern. So lassen sich viele schwerwiegende Folgeschäden einer Vaskulitis verhindern, denen die Mediziner früher oft machtlos gegenüberstanden, beispielsweise eine Nierenschädigung, die zur dauerhaften Dialyse führt. Auch die Lebenserwartung von Vaskulitispatienten ist heute nicht wesentlich verringert gegenüber Gesunden.

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Ausgelöst werden kann eine Vaskulitis auch durch eine andere Erkrankung, durch Medikamente oder eine Bestrahlung. Ist das der Fall, spricht man von einer sekundären Vaskulitis. In den meisten Fällen ist aber kein direkter Auslöser erkennbar. Die Vaskulitis tritt hier als eigenständige Erkrankung auf und wird daher als primäre Vaskulitis bezeichnet. Bei einigen der primären Vaskulitiden spielt möglicherweise eine genetische Veranlagung eine Rolle, dazu liegen aber nur wenige wissenschaftliche Daten vor. Das heißt, die Veranlagung zu dieser Erkrankung wird vererbt, aber nicht die Erkrankung selbst. Sicher ist man sich da jedoch nicht. Auf jeden Fall ist niemand, der an einer Vaskulitis erkrankt, dafür selbst verantwortlich. Er oder sie hätte der Erkrankung auch nicht durch eine irgend wie geartete »gesündere« Lebensführung vorbeugen können.
Bei allen Vaskulitiden entzündet sich die Wand eines oder mehrerer Blutgefäße und schwillt an. Dadurch wird das Gefäß, genau er die Gefäßlichtung selbst, enger, es kann weniger Blut durchfließen. Deshalb können die Gewebe und Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und funktionieren nur noch eingeschränkt.
Unter Umständen verschließt sich das Gefäß durch die Schwellung auch vollständig. Als Folge kommt es zu einem Organinfarkt und Gewebe stirbt ab. Für den Betroffenen kann dies lebensgefährlich sein. Die Gefäßwände schwellen aber nicht nur an. Sie können auch vermehrt durchlässig für Blutbestandteile werden, platzen oder Aussackungen bilden, so genannte Aneurysmen, aus denen ebenfalls Blutungen entstehen können.