Vaskulitis – eine Krankheit,
viele Erscheinungsformen
Vaskulitis – eine Krankheit,
viele Erscheinungsformen

Die eine Vaskulitis gibt es nicht. Hinter diesem Begriff verbergen sich mehrere Erkrankungsformen, denen eines gemeinsam ist: Die Blutgefäße sind entzündlich erkrankt.
Dabei handelt es sich nicht um Entzündungen, wie man sie von manch anderen Erkrankungen oder Verletzungen kennt, etwa einer Halsentzündung oder einer Nagelbettentzündung.

Diese heilen normalerweise innerhalbweniger Tage von selbst oder unter der entsprechenden Behandlung aus.
Anders ist das bei den Vaskulitiden. Die Entzündung der Blutgefäße beruht hier auf einer
fehlerhaften Autoimmunreaktion. Das heißt, das Immunysstem erkennt nicht nur Krankheitserreger, sondern auch harmlose oder körpereigene Substanzen als »Feinde«, gegen die es dann seinen Angriff richtet. Bei den Vaskulitiden zielt diese selbstzerstörerische Abwehr auf die Zellen der Blutgefäße.
Je nachdem, welche Art von Gefäßen betroffen ist, unterscheidet man verschiedene Vaskulitisformen (siehe Kapitel 1.3, Seite 10). Weil durch die Vaskulitiden häufig auch rheumatische Beschwerden an Muskeln und Gelenken hervorgerufen werden, ordnet man sie dem rheumatischen Formenkreis zu.

Man schätzt, dass von je einer Million Menschen 200 an Vaskulitis erkrankt sind und 50 jedes Jahr neu erkranken. Von diesen Zahlen hochgerechnet, gibt es in Deutschland also rund 16.500 Vaskulitispatienten.
Zum Vergleich: An Rheumatoider Arthritis, der häufigsten entzündlich-rheumatischen
Erkrankung, leiden hierzulande schätzungsweise 500.000 bis 800.000 Menschen, und
zwischen 30.000 und 50.000 erkranken jährlich neu. Die häufigste die Arteriitis
temporalis/Riesenzellarteriitis, oft ist sie kombiniert mit einer Polymyalgia rheumatica.
Vaskulitiden treten weltweit auf, bei Menschen beiderlei Geschlechts und jeden Alters.
An der Arteriitis temporalis erkranken jedoch deutlich mehr Frauen als Männer. Ältere
Menschen ab etwa 50 bis 60 Jahre erkranken drei bis fünfmal häufiger an einer Vaskulitis
als jüngere Menschen. Zwei Vaskulitisformen – das Kawasaki-Syndrom und die Purpura
Schönlein-Henoch – treten hingegen fast ausschließlich im Kindes- und Jugendalter auf.
Auffällig sind regionale Unterschiede: In den nördlichen Ländern erkranken mehr Menschen
an Vaskulitis als in den südlichen. An der Takayasu Arteriitis erkranken vor allem Asiatinnen, in Europa ist diese Erkrankung äußerst selten. Warum das so ist, weiß man noch nicht; die Vermutung liegt nahe, dass es mit den Genen zusammenhängen könnte.
vaskulitisUlrich Schammer
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