Fibromyalgie

Wenn der ganze Körper ohne organische Ursachen schmerzt.
Mal tun die Hände weh, dann die Schultern, manchmal sitzt der Schmerz im Kopf und manchmal im Bauch.
Eine organische Ursache, die die Beschwerden erklären könnte, findet sich nicht.
Trotzdem leiden Betroffene nicht an einer Phantomkrankheit, sondern am Fibromyalgiesyndrom – einer Krankheit, die selbst Mediziner noch immer vor Rätsel stellt.
Dennoch können Betroffene lernen, mit der Krankheit umzugehen. Bewegung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Quelle: BARMER GEK

Diagnose im Ausschlussverfahren
Besonders tückisch: Selbst mit der zweifelsfreien Diagnose lässt sich das Fibromyalgiesyndrom nicht heilen. In der Regel bleiben die Schmerzen ein Leben lang. Ziel der Behandlung ist es deshalb, die Beschwerden zu lindern. Dabei setzen die Mediziner nicht nur allein auf Schmerzmittel. Mit Entspannungsmethoden und meditativen Bewegungstherapien wie Feldenkrais, Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenem Training, Yoga oder Thai Chi lassen sich körperliche und seelische Anspannungen lösen. Genauso wichtig ist regelmäßige Bewegung. Durch sanftes Ausdauer- und Krafttraining können Muskeln trainiert und Schonhaltungen korrigiert werden.

Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt, und bis zur endgültigen Diagnose haben Betroffene häufig einen langen Leidensweg hinter sich. „Leider kann das Fibromyalgiesyndrom bisher nur durch den Ausschluss von Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen wie zum Beispiel Rheuma, Multiple Sklerose oder Polyneuropathie festgestellt werden. Das bedeutet für Patientinnen und Patienten oft zahlreiche Untersuchungen bei unterschiedlichen Fachärzten“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER GEK.

Quelle: BARMER GEK

Info
Jahrelange Schmerzen, die aus dem Nichts zu kommen scheinen, dazu Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen und häufig auch Depressionen – das komplexe Beschwerdebild ist typisch für das Fibromyalgiesyndrom. Etwa zwei von hundert Menschen sind betroffen, zu 90 Prozent Frauen. Die meisten erkranken im Alter zwischen 40 und 60 Jahren.

Quelle: Barmer GEK

Nicht aufgeben

„Das A und O bei einer solchen Behandlung sind Geduld, Offenheit und Informationen.
Eine Patientenschulung kann neben Hintergrundwissen auch praktische Alltagstipps vermitteln“, weiß Marschall. Doch selbst wenn Betroffene all diese Tipps beherzigen, wird es meistens ein wenig dauern,
bis sie eine Linderung ihrer Beschwerden spüren. Die Medizinerin empfiehlt deshalb, sich auch mit
anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen auszutauschen.