Rückenschmerzen sind eines der häufigsten Volksleiden.
Sie belegen im Ranking der Erkrankungsarten gleich dreimal Spitzenplätze: Als Einzeldiagnose wurde sie 2014 bei mehr als einem Viertel der deutschen Gesamtbevölkerung diagnostiziert. Sie sind für die meisten Fehlzeiten im Job verantwortlich und sie gehören aufgrund der hohen indirekten Kosten und langen Fehlzeiten zu den teuersten Erkrankungen. Grund genug, nicht nur am Tag der Rückengesundheit (15. März) einen genaueren Blick auf das geschundene Kreuz zu werfen.
rueckenschmerzen

Ob beim Anziehen der Socken, beim Bücken oder beim Niesen – es kann immer und überall passieren. Aus heiterem Himmel schießt ein intensiver, starker Schmerz ins Kreuz. Oftmals so heftig, dass Betroffenen sogar die Luft weg bleibt und sie nur noch eines möchten: sich nicht mehr bewegen. Fast schon paradox, denn in den meisten Fällen ist Bewegungsmangel für den sogenannten Hexenschuss mitverantwortlich.

Der Volksmund spricht vom Hexenschuss, die Diagnose des Arztes lautet Lumbago. Gemeint sind in beiden Fällen urplötzliche auftretende heftige Rückenschmerzen, die Betroffene buchstäblich in die Knie zwingen können. So unangenehm ein Hexenschuss auch sein mag, Grund zur Panik besteht in der Regel nicht. „80 Prozent der Menschen erleiden mindestens einmal in ihrem Leben eine akute Muskelverspannung im Kreuz. Häufig bessert sich der Zustand schon nach kurzer Zeit wieder, und innerhalb von einer Woche ist er meist völlig ausgeheilt“, sagt Dr. Ursula Marschall. Und die leitende Medizinerin bei der Barmer GEK hat noch eine weitere Entwarnung: Schuld an den quälenden Schmerzen ist weder der umgangssprachliche „kaputte Rücken“ noch ein beschädigter Nerv. Vielmehr sind in den allermeisten Fällen Muskelverspannungen die Schmerzauslöser. Grund ist ein weitverbreiteter Bewegungsmangel und viel zu häufiges und zu langes Sitzen. Beides führt zu verkürzten Rückenmuskeln, was wiederum Muskelverspannungen fördert.

„Wichtig ist, dass Betroffene schnell schmerzfrei werden und aus ihrer Schonhaltung herauskommen. Neben Alltagsbewegungen können auch rezeptfreie Schmerzmittel helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen“, so Marschall. Auch kurzzeitige Wärmeanwendungen durch ein Körnerkissen sind zur Entspannung sinnvoll. Bei wem was am besten hilft, ist individuell verschieden. Sobald die Schmerzen halbwegs erträglich sind, empfiehlt die Medizinerin, sich wieder mehr zu bewegen, da so die Muskeln entspannt werden. Schon kurze Spaziergänge tragen zur Besserung bei. Wer zu Hause ein Fahrrad-Ergometer hat, kann auch das für kurze Trainingseinheiten nutzen. Beides hilft übrigens nicht nur in akuten Fällen, sondern dient auch der Vorbeugung. Ebenso wie gezieltes Rückentraining in einem Sportstudio oder einer Rückenschule. Aber auch mit Schwimmen und Yoga lässt sich die Rückenmuskulatur so stärken, dass sie weniger anfällig für einen Hexenschuss wird.
Frauen und Handtaschen, das ist eine ganz besondere Beziehung. Zwar sagen die meisten Frauen, dass sie nur das Allernötigste in ihrer Tasche dabeihaben. Doch der Begriff „das Allernötigste“ wird teilweise sehr unterschiedlich interpretiert. Während die einen darunter lediglich Geldbeutel und Smartphone verstehen, bedeutet es für andere zusätzlich Schminktäschchen, Schlüssel, Tablet, Ersatzstrumpfhose, Windeln für die Kinder, Wasserflasche, Kaugummi und und und. Das Problem: Damit sind die allermeisten Handtaschen ziemlich schwer. Häufig sogar so schwer, dass dadurch Druckstellen, Muskelschmerzen und auf Dauer sogar Haltungs- oder Bandscheibenschäden entstehen können.

Als Gegenstrategie haben sich im Alltag folgende Tipps bestens bewährt:

  • So einfach wie effektiv: Nur die Dinge einpacken, die wirklich nötig sind!
  • Wann immer möglich auf Mini-Größen ausweichen.
  • Damit man gar nicht erst in Versuchung kommt, zu viel einzustecken, von vornherein eine kleine Taschengröße wählen.
  • Im Zweifel die Tasche wiegen. Inklusive Inhalt sollte sie nie mehr als zehn Prozent des eigenen Körpergewichts betragen.
  • Immer daran denken: Es gibt auch schicke Rucksäcke. Mit ihnen lässt sich das Gewicht gleichmäßig auf beide Schultern verteilen.

Eine ungünstige Schlafposition, langes Autofahren und vor allem stundenlanges Sitzen vor dem Computer – solche Fehlhaltungen mag der Nacken überhaupt nicht und reagiert schnell mit Verspannungen und Schmerzen, die sich sogar auf Kopf, Schultern und Rücken ausbreiten können. Doch mit gezielten Übungen lassen sich Nackenschmerzen sowohl therapieren als auch vorbeugen.

Deutschland hat nicht nur ganz allgemein Rücken, Deutschland hat auch ganz speziell Nacken. Schätzungen zufolge leidet etwa jeder dritte Deutsche einmal im Jahr unter Schmerzen in diesem Bereich. Auslöser dafür sind in der Regel Verspannungen. „Durch Fehlhaltungen, aber auch durch Stress verspannt sich die Nacken- und Schultermuskulatur. Dabei verkürzen sich die Muskelfasern, und es bilden sich Schmerzpunkte“, erklärt Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der Barmer GEK. Dabei gibt es einen ganz einfachen Weg, dem entgegenzuwirken: Bloß nicht stillhalten!
Mit Sport vorbeugen

Gerade wer täglich stundenlang sitzt, sollte laut Möhlendick regelmäßig Sport als Ausgleich treiben. Die Sportart ist dabei zweitrangig. Wichtiger ist vielmehr die Regelmäßigkeit. Deshalb rät der Experte zu einem Sport, der wirklich Spaß macht, damit man dabei bleibt.

Während der Arbeit sollten öfter kurze Pausen eingeplant werden, in denen man aufsteht und sich bewegt. Auf diese Weise sorgt man zwischendurch immer wieder für etwas Muskelentspannung. „Bei akuten Nackenproblemen helfen aber auch ganz gezielt einige einfache Übungen zur Mobilisation, Dehnung und Kräftigung der entsprechenden Muskelpartien, um die Schmerzen sofort zu lindern und langfristig loszuwerden“, so Möhlendick.

Eine simple Übung, die sich sowohl im heimischen Wohnzimmer als auch problemlos zwischendurch im Büro durchführen lässt, ist beispielsweise das Schulterheben.

  • Dafür locker auf einen Stuhl setzen und die Füße schulterbreit stellen.

  • Die Schultern zu den Ohren ziehen, die Spannung fünf Sekunden halten.

  • Schultern fallen lassen und die Entspannung in der Schulter-Nacken-Muskulatur spüren.

  • Übung 3-mal wiederholen.

Hauptgrund für die meisten Rückenbeschwerden ist Bewegungsmangel. Wenn Experten also ein rückengerechtes Leben empfehlen, heißt das vor allem, in Bewegung bleiben – oder wieder kommen. Aber wie funktioniert das genau? Reicht Bewegung allein tatsächlich aus, um Rückenschmerzen vorzubeugen? Und was hilft, wenn es einen doch erwischt? MIt welchen Methoden werden Beschwerden heute am besten behandelt? Ausführliche Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Rückengesundheit finden Sie im BARMER GEK Ratgber Rücken.

Artikel: Claudia Rembecki
Redakteurin, BARMER GEK Unternehmenskommunikation

Barmer GEK