Aktiv-hoch-r: Sportprogramm im Maßanzug
Das sportwissenschaftliche Institut der Universität Erlangen entwickelte für die Deutsche Rheuma-Liga ein passgenaues Bewegungsprogramm. Erste Kurse starten im Herbst 2016.
csm_Logo_aktivhoch-r_384c211145Mit dem neuen Programm wird die Deutsche Rheuma-Liga künftig ihr Bewegungsangebot erweitern und neben dem Funktionstraining eine neue Gruppe von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen ansprechen. “Das Programm ist vor allem für Menschen gedacht, deren Diagnose noch nicht so weit zurückliegt”, erklärt Prof. Dr. Klaus Pfeifer, der mit seinem Team der Universität Erlangen den Bewegungsleitfaden entwickelt hat. Wer erste Beeinträchtigungen verspürt, traut sich oft nicht, Sport zu treiben. Doch sich zu schonen, ist gerade für Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung fatal, denn Bewegung kann dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern.

„Intensives körperliches Training trägt nicht, wie ursprünglich angenommen, zur Verstärkung krankheitsbedingter Beschwerden, wie Gelenkschäden bei. Im Gegenteil: Sowohl bei Menschen mit einer entzündlich rheumatischen Erkrankung, Weichteil-rheumatismus oder Arthrose führt die Schaffung und der dauerhafte Erhalt körperlicher Fitness zu der Verbesserung einer Vielzahl gesundheitsbezogener Parameter und damit im Resultat zu einer Steigerung der Lebensqualität“, erklärt der Sportexperte Prof. Dr. Pfeifer.

Drei Bausteine bilden die Basis
Drei Bausteine sind die Säulen des Programms, das den Titel “aktiv-hoch-r” trägt: Bewegungs-, Steuerungs- und Selbstregulationskompetenz. Die Teilnehmer der Kurse sollen dazu angeleitet werden, Bewegung dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren. „Dies funktioniert besonders gut, wenn man sich etwa einen schriftlichen Plan erstellt, wann, mit wem und an welchem Ort zum Beispiel gewalkt wird. Das Notieren der Zielsetzung hilft, das Vorhaben auch wirklich in die Tat umzusetzen”, sagt Prof. Dr. Pfeifer, der darauf Wert legt, neben den motorischen Gesichtspunkten auch die Psyche der Teilnehmer auf diese Weise zu schulen. Motivation ist deshalb ein fester Bestandteil des Aktiv-hoch-r-Programms. Deshalb empfiehlt Prof. Dr. Pfeifer den Teilnehmern auch, sich einen Sportpartner zu suchen. Die aktiv-hoch-r-Gruppe, die in zwölf Einheiten von je 90 Minuten eine Anleitung zu einer dauerhaften Bewegung darstellt, biete dafür den richtigen Rahmen.

Karl Cattelaens, Susanne Wächter, Julia Bidder

Quelle: https://www.rheuma-liga.de/aktivitaeten/fachpublikum/detailsansicht/news/aktiv-hoch-r-sportprogramm-im-massanzug/